Osteopathie / KinderOsteopathie

Osteopathie

Schwerpunkte

Innerhalb der Osteopathie gibt es drei große Schwerpunkte:

Parietale Osteopathie (PO)

Die PO ist eine manuelle Therapie, bei der es darum geht, Mobilitätseinschränkungen im Bindegewebe, der Muskulatur oder Gelenken zu behandeln.

Dies kann mit Massagen, Muskelenergietechniken (MET), der TriggerPunktTherapie oder auch mit Impulstechniken wie bei der Chiropraktik geschehen.

Viszerale Osteopathie (VO)

Die VO ist eine manuelle Therapie, bei der es um die inneren Organe und deren bindegewebigen Aufhängungen geht.

Die Osteopathie geht davon aus, dass Organe drei Bewegungsqualitäten haben.

  • Motrizität: Passive Bewegung der Organe aufgrund der Bewegung des Körpers.
  • Mobilität: Passive Bewegung der Organe z.B. aufgrund der Atmung.
  • Motilität: Aktive Eigenbewegung der Organe

Craniosakrale Osteopathie (CST)

Die CST (Craniosakrale Therapie) ist eine manuelle Therapie, bei der über die Berührung Einfluss auf den Fluss des Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit), aber auch, wie man zunehmend annimmt, auf neuronale Strukturen genommen werden soll.

Dieses System umfasst die Schädelknochen, Wirbelsäule und Kreuzbein und die darin enthaltenen Hirnhäute und vor allem den Liquor. Diese Flüssigkeit soll - so die traditionelle Annahme der Osteopathie - langsamer als die Herz- und Atemfrequenz pulsieren und am ganzen Körper spürbar sein. Neuere Forschungen zeigen aber auch eine Beteiligung neurophysiologischer Strukturen bei diesem Wirkungsmodell.

KinderOsteopathie

KinderOsteopathie

In der Arbeit mit Kindern ist eine interdisziplinäre Herangehensweise besonders wichtig. Der Austausch mit der kinderärztlichen Praxis und einer möglichen Physiotherapie ist unabdingbar. Dabei steht die Unterstützung und Anleitung der Eltern im Mittelpunkt.

Geschichte

Die Osteopathie geht auf den Begründer Andrew Taylor Still (1828-1917) zurück.

Bis heute gibt es für den Begriff 'Osteopathie' oder auch 'Osteopathische Medizin' keine einheitliche Beschreibung. Osteopathie steht für eine Philosophie, für eine Wissenschaft und für eine Vorgehensweise in Diagnostik und Therapie.

Still war der Auffassung, dass alles was im Körper vom 'normalen' Zustand abweicht, in der Lage ist, den freien Fluss (z.B. Blut, Lymphe, Energie) zu beeinträchtigen. Ziel ist es, solche Abweichungen (Störungen, Dysfunktionen) zu finden und zu beseitigen. Dadurch können Flüssigkeiten wieder ungehinderter zirkulieren und Bewegungen können freier möglich sein. Dies kann Selbstheilungskräfte aktivieren und Heilung / Linderung ist möglich.(vgl. Lehrbuch Osteopathie, Langer u. Hebgen, 2013)


Grundsätzlich sei noch angemerkt, dass die Osteopathie in Deutschland weder von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, anerkannt, noch bezüglich Wirkung und Wirksamkeit durch valide wissenschaftliche Studien bewiesen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Osteopathie in Deutschland mittlerweile in anerkannten Studiengängen mit Bachelor oder Master Abschluss studiert werden kann. Alle "Anwendungsgebiete" der Osteopathie sind demzufolge aus rechtlicher Sicht derzeit Beobachtungen einzelner Therapeuten ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung. So sind alle Hinweise zu verstehen. Fragen Sie mich gerne zu diesem Thema.

Manipulationsbehandlung der HWS und Schlaganfall: "In keiner der 7 Karotis- und 9 Vertebralisdissektionen konnte eine Verursachung durch die Manipulation bestätigt werden." https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0028-1109083 "DIe Halswirbelsäulenmanipulation steht in einem Zusammenhang mit einer Dissektion der Halsgefäße und stellt somit ein (geringes) Risiko für einen Schlaganfall dar." https://evidenzbasiertephysiotherapie.de/einrenken-halswirbelsaeule-schlaganfall-ausloeser-nacken-hws/

"... Nachdem das Ministerium für Inneres und Sport einem Widerspruch des Klägers stattgegeben und mit Widerspruchsbescheid vom 13.03.2003 festgestellt hatte, dass die Osteopathie als Behandlungsmethode nach Auskunft der Ärztekammer des Saarlandes sowie der Universitätskliniken des Saarlandes inzwischen wissenschaftlich allgemein anerkannt sei..."
VG des Saarlandes Urteil vom 23. Juni 2009 Az. 3 K 1175/08

Stellungnahme der Bundesärztekammer im Ärzteblatt 2009 zur wissenschaftlichen Bewertung osteopathischer Verfahren
Dtsch Arztebl 2009; 106(46): A-2325 / B-1997 / C-1941

„Zu Recht hat das Landgericht dem Beklagten verboten, berufs- oder gewerbsmäßig die Ausübung der Osteopathie anzukündigen und/oder die Osteopathie auszuüben, es sei denn, der Beklagte ist ärztlich bestallt oder im Besitz einer Erlaubnis für die Ausübung der Heilkunde gemäß § 1 HeilPrG."
OLG Düsseldorf 2015 I-20 U 236/13

Sachstand Osteopathie - Ausübung, Ausbildung und Studium 2019 von den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages
WD 9 - 3000 - 091/19

Aktueller Begriff - Das Berufsbild des Osteopathen von den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages
Nr. 03/20 (30. Januar 2020)

Heilen mit Händen - Wie hilfreich ist Osteopathie?
Quarks 09.03.2021

Wer mit Osteopathie wirbt, kündigt Heilkunde an und bedarf daher einer uneingeschränkten Heilpraktikererlaubnis. Eine sektorale Zulassung als Heilpraktiker im Bereich der Physiotherapie oder die Beschäftigung einer Mitarbeiterin mit einer Heilpraktikererlaubnis auf 450 €-Basis genügt nicht.
LG Stuttgart, WRP 2022, 921-924 (Urteil vom 27.01.2022, 11 O 52/21)

Patientenvideos der Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie e.V. (hpO) bei YouTube
Wie wird man Osteopath
Osteopathie als Beruf
Osteopathie und GKVs 14 6 19

Patient_inneninformation - manuelle Behandlung (pdf)